Orthopädie und Sportmedizin im Herzen von Köln

Das künstliche Hüftgelenk

Ursache

Die Arthrose des Hüftgelenkes (Coxarthrose) ist einer der häufigsten Ursachen für einen Hüftgelenksgelenksersatz. Beim Verschleiß des Hüftgelenkes wird der Knorpelüberzug von Hüftpfanne und Hüftkopf abgerieben. Durch die Veränderung der Gelenkpartner bildet der Knochen als Abstützungsreaktion an den Rändern knöcherne Anbauten (Osteophyten), durch die Abnahme der Knorpeldicke kommt es zur Verschmälerung des Gelenkspalts, wobei die Abriebprodukte zur Entzündung des Gelenkes führen. Bei starkem Verschleiß kommt es zur Zystenbildung im Knochen und zu einer Verdichtung (Sklerose) des Knochens.

Die Ursachen der Arthrose:

  • Altersbedingt
  • Kindliche Hüftfehlstellungen
  • Form des Hüftkopfes / der Hüftpfanne (Dysplasie)
  • Folge von Gelenksverletzungen
  • Hüftkopfnekrose (verschiedene Ursachen)
  • Entzündlich/Rheumatisch
  • Folge von vorherigen Operationen
  • Übergewicht
  • Erblich, etc.

Konservative Therapie

Bei der konservativen Therapie einer Coxarthose (Hüftgelenksverschleiß) stehen zwei Ziele im Vordergrund:
1. Schmerzlinderung
2. Erhaltung der Beweglichkeit und der Muskulatur

In diesem Fall stehen folgende Mittel zur Verfügung:

  • Physikalische Maßnahme (vornehmlich Wärmetherapie)
  • Krankengymnastik zur Lockerung und Kräftigung der Muskulatur, der Mobilisation des Gelenkes, zur Prophylaxe und Beseitigung von Kontrakturen und Verbesserung des Gangbildes
  • Bewegungsbad: Durch Reduktion des Eigengewichtes ist ein belastungsreduziertes Training bei normalen Bewegungsabläufen möglich
  • Analgetika und Antirheumatika: Vorwiegend Salizylate bzw. nichtsteroidale Antirheumatika (Diclofenac, Ibuprofen, etc.), Coxibe (Rofecoxib, Celecoxib)
  • Intraartikuläre Injektionen: Zur Anwendung kommen Lokalanästhetika und kristallines Kortison, Hyaloronsäure, ACP, Orthokin
  • Radiosynoviorthese: Radioaktive Bestrahlung der Gelenksschleimhaut zur Schmerzlinderung
  • Orthopädietechnik: ggf. Einlagenverorgung

Bei gutem Allgemeinzustand des Patienten und der damit verbunden Operationsfähigkeit kann unabhängig vom Alter eine Hüftprothese implantiert werden.

Operative Therapie

Unterschieden werden im Allgemeinen zwei Implantationstechniken. Entscheidend für die jeweilige Methode sind die Knochenqualität und das Alter der Patienten. Die postoperativen Ergebnisse unterscheiden sich hierbei nicht.

1. Zementiert
Die Implantate werden mit anibiotikahaltigem Zement am Knochen fixiert.
2. Zementfrei
Die Implantate werden in der sog. „Pressfit- Technik“ passgenau ein-gebracht. Der Knochen wächst durch eine besondere Beschichtung an der Prothese an diese heran.

Oberflächenersatz (Resurfacing)

Bei jungen Patienten mit fortgeschrittener Hüftgelenksarthrose kann als Alternative zur üblichen Hüft-TEP eine Hüftkappe implantiert werden. Dabei wird der Hüftkopf mit einer Metallkappe überzogen. Vorteil dieser Technik ist, dass praktisch kein Knochen geopfert
wird. Zudem wird die physiologische Hüftkopfgröße wieder hergestellt, was eine deutlich bessere Beweglichkeit und Stabilität bewirkt. Die wichtigste Voraussetzung ist eine gute Knochenqualität, da bei vorliegen einer Osteoporose die Gefahr eine Schenkelhalsbruches besteht.

Ein weiterer Gesichtspunkt liegt in Gleitpaarungen der Gelenkkomponenten

Die Hüftprothese besteht, wie bereits dargestellt, aus mehreren Komponenten. Um eine möglichst optimale Gleitpaarung (Gelenkkomponenten die im direkten Kontakt stehen) zu ermöglichen, stehen mehrere Materialien zur Verfügung. Die besten Kombinationen stellen dabei das Polyethyleninlay (hochvernetzter Kunststoff) in Kombination mit Keramik- oder Metallkopf dar. Das restliche Prothesenmaterial besteht aus einer Legierung aus mehreren Metallen. Bei Nickelallergie kann eine Titanprothese verwendet werden.

Ablauf und Operationsvorbereitung

1. Vorstellung in unserer Sprechstunde

  • Patientengespräch
  • Körperliche Untersuchung
  • Anfertigung von Röntgenbildern (Beckenübersichtsaufnahme tief, Lauenstein)
  • ggf. MRT Untersuchung
  • Diagnosestellung
  • Entscheidung welche Art des Oberflächenersatzes durchgeführt werden soll

2. Operationsvorbereitung:
Im Rahmen der Operationsvorbereitung kommt es zu einer Vereinbarung eines OP Termins sowie zu folgenden vorbereitenden Untersuchungen Vorort:

  • Gefäßuntersuchung
  • Internistische Untersuchung
  • ggf. Eigenblutspende
  • Blutabnahme
  • Aufklärungsgespräch
  • Planung der Rehamaßnahmen nach der Operation

3. Durchführung der Operation

4. Nachbehandlung

  • Dauer des stationären Aufenthalts ca. 10 Tage
  • Aufstehen, erste Schritte und krankengymnastischen Behandlungen am ersten Tag nach der Operation
  • Entfernung der Drainagen am 2. Tag nach der Operation
  • Unterarmgehilfen werden zum Schutz des Weichteilgewebes 4-6 Wochen nach Operation empfohlen
  • Röntgenkontrolle
  • Gefäßcheck (Thromboseausschluß)
  • Entfernung Fadenmaterial / Klammern
  • Entlassung ca. 10 Tage nach der Operation

Ambulante oder stationäre Rehamaßnahme
Für den überwiegenden Teil der Patienten schließt sich nach dem Klinikaufenthalt ein 3- bis 4-wöchiger stationärer Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik an. Eine ambulante Rehabilitation ist in geeigneten Einrichtungen möglich. Im Rahmen regelmäßiger, engmaschiger ambulanter Kontrolluntersuchungen werden die Fortschritte der Patienten dokumentiert und ggf. eine ambulante Fortsetzung der mobilisierenden Therapie verordnet.