Orthopädie und Sportmedizin im Herzen von Köln

Das künstliche Schultergelenk

Ursache

Die Schulter ist auf Grund des großen Bewegungsausmaßes durch Bandstrukturen sowie Sehnen und Muskeln gesichert. Dieses Gelenk ist z.B. bei sportlichen Belastungen starken Kräften die von außen auf die Schulter wirken ausgesetzt. Die häufigste Ursache einer Arthrose des Schultergelenkes sind Mikro- und Makrotraumata (Sehnen- und Bandverletzungen) des Schultergelenkes. Beim Verschleiß des Schultergelenkes wird der Knorpelüberzug von Schulterpfanne und Oberarmkopfkopf abgerieben. Aufgrund der Veränderung der Gelenkpartner bildet der Knochen als Abstützungsreaktion an den Rändern knöcherne Anbauten (Osteophyten). Durch die Abnahme der Knorpeldicke kommt es zur Verschmälerung des Gelenkspalts, wobei die Abriebprodukte zur Entzündung des Gelenkes führen. Bei starkem Verschleiß kommt es zur Zystenbildung im Knochen und zu einer Verdichtung (Sklerose) des Knochens.

Die Ursachen der Arthrose:

  • Altersbedingt
  • Folge von Gelenksverletzungen ( Sehnen, Bänder, Muskeln, Frakturen)
  • Durchblutungsstörungen
  • Entzündlich/Rheumatisch
  • Folge von vorherigen Operationen
  • Erblich, etc.

Konservative Therapie

Bei der konservativen Therapie einer Omarthose (Schultergelenksverschleiß) stehen zwei Ziele im Vordergrund:
1. Schmerzlinderung
2. Erhaltung der Beweglichkeit und der Muskulatur

In diesem Fall stehen folgende Mittel zur Verfügung:

  • Physikalische Maßnahme (vornehmlich Wärmetherapie)
  • Krankengymnastik zur Lockerung und Kräftigung der Muskulatur, der Mobilisation des Gelenkes, zur Prophylaxe und Beseitigung von Kontrakturen und Verbesserung des Bewegungsbildes
  • Bewegungsbad: Durch Reduktion des Eigengewichtes ist ein belastungsreduziertes Training bei normalen Bewegungsabläufen möglich
  • Analgetika und Antirheumatika: Vorwiegend Salizylate bzw. nichtsteroidale Antirheumatika (Diclofenac, Ibuprofen, etc.), Coxibe (Rofecoxib, Celecoxib)
  • Intraartikuläre Injektionen: Zur Anwendung kommen Lokalanästhetika und kristallines Kortison, Hyaloronsäure, ACP, Orthokin
  • Radiosynoviorthese: Radioaktive Bestrahlung der Gelenksschleimhaut zur Schmerzlinderung
  • Orthopädietechnik: ggf. Einlagenverorgung

Bei gutem Allgemeinzustand des Patienten und der damit verbunden Operationsfähigkeit kann unabhängig vom Alter eine Schulterprothese implantiert werden.

Operative Therapie

Unterschieden werden im Allgemeinen zwei Implantationstechniken. Entscheidend für die jeweilige Methode sind die Knochenqualität und das Alter der Patienten. Die postoperativen Ergebnisse unterscheiden sich hierbei nicht.

1. Zementiert
Die Implantate werden mit anibiotikahaltigem Zement am Knochen fixiert.
2. Zementfrei
Die Implantate werden in der sog. „Pressfit- Technik“ passgenau ein-gebracht. Der Knochen wächst durch eine besondere Beschichtung an der Prothese an diese heran.

Implantation

  • Schulter-Total- Endo-Prothese (TEP)

Bei der ausgeprägten Arthrose des Schultergelenkes, d.h. sowohl die Pfanne als auch der Oberarmkopf sind arthrotisch verändert, sollten beide Komponenten durch eine Schulter TEP ersetzt werden.

  • Schulter-Hemi- Endo-Prothese (HEP)

Diese Art der Prothese wird häufig bei Frakturen oder Durchblutungsstörungen des Oberarms eingesetzt. Voraussetzung ist eine gute knorpelige Pfannensituation.

  • Kappenprothese

Diese neueren Prothesenmodelle zeigen gute Erfolge bei Verschleiß des Oberarmkopfes. Je nach Schädigung der Gelenkpfanne ist ein Ersatz hierbei ebenso möglich. Vorteil dieser Methode ist ein geringeres intraoperatives Trauma.

  • Inverse Porthesen

Alle oben genannten Prothesen Typen setzen voraus, dass die muskuläre Führung des Schultergelenkes weitestgehend intakt ist
und somit die Schulter ausreichend stabilisieren kann. Ist dies z.B. als Folge eines Unfalls dies nicht gegeben und alle anderen
operativen Methoden (Muskelverlagerung) sind ausgeschöpft, besteht die Möglichkeit der Implantation einer Inversen-Porthese,
die durch den Schulterkappenmuskel eine Abhebung des Armes zur Seite bis 90° ermöglicht und somit die Schulter für den Alltag wieder
gebrauchsfähig werden lässt. Bei diesem Prothesentyp werden die anatomischen Verhältnisse der Pfanne und des Oberarmkopfes
vertauscht (Inverse-Prothese).

 

Operationstechnik

Nach sterilem Abwaschen und Abdecken erfolgt ein ca. 10cm langer Schnitt auf der Vorderseite der Schulter in Verlängerung der Achselfalte. Darstellung des arthrotisch veränderten Schultergelenkes. Durch Spezialraspel und Fräsen werden die Pfanne und der Oberarmkopf entsprechend den anatomischen Gegebenheiten präpariert. Die Größe der jeweiligen Prothesenteile hängt dabei von der jeweils vorgefundenen intraoperativen Situation ab. Die einzelnen Prothesenanteile sind in verschiedenen Größen vorhanden, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Nun erfolgt die Implantation der Prothesenteile. Nach Unterziehung einer Beweglichkeitsprüfung und Durchführung eines Kontrollröntgenbildes resultiert der schichtweise Wundverschluss und die Einlage zweier Drainagen zum Abfluss des Wundsekrets.

Ablauf und Operationsvorbereitung

1. Vorstellung in unserer Sprechstunde

  • Patientengespräch
  • Körperliche Untersuchung
  • Anfertigung von Röntgenbildern (Schulter in 2 Ebenen + Y-View)
  • ggf. MRT Untersuchung
  • Diagnosestellung
  • Entscheidung welche Art des Oberflächenersatzes durchgeführt werden soll

2. Operationsvorbereitung:

Im Rahmen der Operationsvorbereitung kommt es zu einer Vereinbarung eines OP Termins sowie zu folgenden vorbereitenden Untersuchungen Vorort:

  • Gefäßuntersuchung
  • Internistische Untersuchung
  • ggf. Eigenblutspende
  • Blutabnahme
  • Aufklärungsgespräch
  • Planung der Rehamaßnahmen nach der Operation

3. Durchführung der Operation

4. Nachbehandlung

  • Dauer des stationären Aufenthalts ca. 10 Tage
  • Krankengymnastische Behandlungen am ersten Tag nach der Operation
  • Entfernung der Drainagen am 2. Tag nach der Operation
  • Röntgenkontrolle
  • Gefäßcheck (Thromboseausschluß)
  • Entlassung ca. 10 Tage nach der Operation

Ambulante oder stationäre Rehamaßnahme

Für den überwiegenden Teil der Patienten schließt sich nach dem Klinikaufenthalt ein 3- bis 4-wöchiger stationärer Aufenthalt in einer
Rehabilitationsklinik an. Eine ambulante Rehabilitation ist in geeigneten Einrichtungen möglich. Im Rahmen regelmäßiger, engmaschiger ambulanter Kontrolluntersuchungen werden die Fortschritte der Patienten dokumentiert und ggf. eine ambulante
Fortsetzung der mobilisierenden Therapie verordnet.