Komplementäre Orthopädie
Die Komplementäre Orthopädie beinhaltet Naturheilverfahren auch im weiteren Sinne mit ausleitenden Verfahren und TCM.
Was ist „Naturheilkunde“
Der Grundsatz der Naturheilkunde ist die Anregung der „Selbstheilungskräfte“. Die Fähigkeit des menschlichen Körpers zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts im Organismus (Homöostase) soll durch die Selbstregulation physiologischer Vorgänge in Richtung Linderung und Heilung angeregt werden. Durch komplementär-medizinische Methoden können die Patienten selbst bei der Behandlung ihrer Erkrankung mitwirken und haben somit eine Kontrolle über ihren Zustand. Hierrüber können die Lebensqualität verbessert und Symptome gelindert werden. In der komplementären Orthopädie wird eine sinnvolle Verbindung konventioneller „schulmedizinischer“ und wissen-schaftlich fundierter natur-heilkundlicher Medizin eingesetzt.
Klassische Naturheilverfahren
Die klassischen Naturheilverfahren lassen sich in 5 Bereiche unterteilen:
1. Hydrotherapie
2. Fasten/Ernährung
3. Bewegungstherapie
4. Pflanzenheilkunde
5. Ordnungstherapie
Erweiterte Naturheilverfahren
Zu den erweiterten Naturheilverfahren gehören ausleitende Verfahren wie die Blutegeltherapie, das Schröpfen und GuaSha sowie die Neuraltherapie als Regulationstherapie.
TCM
In der traditionellen chinesischen Medizin wird durch Akupunktur der Energiefuß im Menschen beeinflusst.
Hydrotherapie
Kalte Güsse bewirken zunächst eine Engstellung der peripheren Blutgefäße, auf die eine Gegenreaktion mit einer gesteigerten Durchblutung im behandelten Aral (aktive Hyperämie) folgt.
Kneippsche Güsse sind geeignet:
- das Herz-Kreislaufsystem anzuregen
- die Elastizität der Gefäße zu erhalten
- den Stoffwechsel anzuregen
- die Infektanfälligkeit zu verringern
Kalt angelegte Wickel wirken ähnlich: mit zunehmender Gegen-reaktion des Körpers kommt es zu einer Entspannung der Muskulatur mit Schmerzlin-derung, Mehrdurchblutung und Stoffwechselaktivierung.
Fasten und Ernährung
Fasten
ist ein physiologischer Prozess, der auch in der Tierwelt zu finden ist. Kalorienbeschränkung ist eine effektive Maßnahme, die den Körper in die Lage versetzt, DNA-Reparatur-Mechanismen in Gang zu setzen. Die Wirkungen sind:
- Fettabbau durch gesteigerte Lipolyse und verminderter Insulinausschüttung (Metabolisches Syndrom/Adipositas)
- Ruhigstellung des Magen-Darm-Traktes (chronisch-entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen)
- Antigenpause zur Immunmodulation (Abwehrschwäche, Polyarthritis, Allergien)
Ernährungsumstellung
Der Verzehr von Vollkorngetreideprodukten verbessert die Insulinsensitivität, reduziert Blutdruckwerte und kardiovaskuläre Ereignisse. Hohe Frischkostanteile zeigen positive Wirkungen in der Therapie der rheumatoiden Arthritis und der arteriellen Hypertonie. Die fettmodifizierte Mittelmeerkost mit vielen Omega-3-Fettsäuren reduziert ebenso das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse und verringert die Inzidenz von Krebs-erkrankungen.
Bewegungstherapie
Zur Vorbeugung und begleitender Therapie von
• Bluthochdruck
• Koronarer Herzkrankheit
• Diabetes mellitus
• Leichter bis mittelgradiger Depression
wird eine moderate Bewegung 3 – 5x/Woche mit 55 – 85% der max. Herzfrequenz
(HF 100 – 150) über 20 – 30 min empfohlen.
Bei Knie- oder Hüftgelenksarthrose raten wir zweimal täglich für ca. 15 min zu lockerem Radfahren, vorzugsweise auf dem Ergometer.
Pflanzenheilkunde
Naturheilkundliche Heil-kräuteranwendungen werden durch Fertigarzneien und Tees zur Vorsorge oder Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Sie ergänzt gemeinsam mit der Ernährung, der orthomolekularen Medizin und der Homöopathie die Schulmedizin.
Ordnungstherapie
Über die Ordnungstherapie soll eine aktive Krankheitsbewältigung durch gesundheitsfördernder Lebensstilveränderung erreicht werden:
- Steigerung der Alltagsbewegung
- Reflektiertes Atmen mit bewussten Pausen
- Entspannungsübungen/Meditation/Yoga
- Mediterrane Vollwerternährung
- Selbsthilfestrategien in den Alltag einbauen (Sauna, kalte Güsse, Teezubereitungen)
Blutegeltherapie
Die Blutegeltherapie gehört zu den ausleitenden Verfahren. Durch Blut- oder Lymphödem verursachte lokale Fülle-, Stauungs- und Schmerzzustände werden beseitigt und entzündungshemmende und schmerzstillende Effekte erreicht.
Indikationen:
• Arthrosen v.a. an Knie, Hüfte und Daumensattelgelenk
• Lumbalgien, Cervicalgien, auch bei Bandscheibenvorfällen
• Myogelosen
• Prellung/Zerrung/Quetschung/Muskelfaserrissen
• Lokale Entzündungen:
- Bursitis
- Tendovaginitis
- Abzess/Furunkel
- Podagra/Gicht
• Weitere Indikationen wie Tinnitus, Herpes Zoster, Varizen,Thrombophlebitis
Schröpfen
Die Schröpftherapie ist ebenso ein ausleitendes Verfahren, welches die Haut reizt und lokale, segmentale und reflektorische Wirkungen beinhaltet. Lokale Verspannungs- und Schmerzzustände, v.a. Rückenverspannungen können gebessert werden.
GuaSha
Hierbei handelt es sich um eine Schabetechnik, die analog zum Schröpfen bei Verspannungen und Schmerzen am Bewegungsapparat eingesetzt wird, um lokale Füllezustände zu eleminieren und Körperflüssigkeiten zu bewegen.
Akupunktur
Bei der Akupunktur werden bestimmte Akupunkturpunkte mit Nadeln stimuliert, um energetische Blockaden zu lösen. Der Energiefluss des Körpers wird zum Fließen und das Ungleichgewicht von Organsystemen wieder ausgeglichen.
Neuraltherapie
In der Neuraltherapie nach Huneke werden mittels Injektionen eines lokalen Betäubungsmittels (Procain®) neurovegetative Regulationsmechanismen ausgelöst, die körpereigenen Abwehr- und Heilungsmechanismen auslösen. Nicht nur lokale Regelkreise, sondern auch Störfelder werden beeinflußt. Ein Störfeld kann eine frühere Erkrankung, Verletzung, narbe oder gestörtes Organ sein.
Indikationen:
• Akute und chronische Schmerzzustände des Bewegungsapparates
• Störfeldbedingte chronische Erkrankungen oder Infekte
• Algodystrophpie /M.Sudeck