Orthopädie und Sportmedizin im Herzen von Köln

Die Wirbelsäule

Die Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule werden als häufigster Grund für einen Besuch beim Orthopäden angegeben.

Die Bezeichnung Rückenschmerz wird im Volksmund vielfältig eingesetzt und umfasst verschiedene Erscheinungsformen von mehr oder minder starken Schmerzen im Rückenbereich des Menschen. Diese können unterschiedliche Ursachen haben. Es werden sowohl in der medizinischen Fachsprache als auch im Volksmund viele Bezeichnungen für Rückenschmerzen gebraucht, z.T. als Synonyme, z.T. zur Abgrenzung der verschiedenen Erscheinungsformen. Häufig benutzte Synonyme sind z.B.: Kreuzschmerzen, Ischias Hexenschuss, Lumbalgie, Lumbago, Lumboischialgie, Dorsalgie, Cervikalgie.

 

Rückenschmerzen

Aufbau der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule des Menschen wird von oben nach unten in fünf Abschnitte unterteilt. Diese Abschnitte haben jeweils eine unterschiedliche Anzahl von Wirbelkörpern:

  • Halswirbelsäule: 7 Halswirbel (C1-C7)
  • Brustwirbelsäule: 12 Brustwirbel (Th1-Th12)
  • Lendenwirbelsäule: 5 Lendenwirbel (L1-L5)
  • Kreuzbein: 5 miteinander verschmolzene Kreuzbeinwirbel (S1-S5)
  • Steißbein: 3-5 rudimentäre Steißwirbel (Co1-Co3-5)

Die Funktion der Wirbelkörper bestimmt ihre Form: Die Wirbelsäule des Menschen bildet ein Stützgerüst, das dem Menschen den aufrechten Gang ermöglicht und ein Zusammenfallen des Körpers verhindert. Dabei nimmt die zu tragende Last von oben nach unten zu. Folglich werden die Wirbelkörper, von oben nach unten betrachtet größer und stabiler.

Die Wirbelsäule des Menschen ist doppelt S-förmig gekrümmt und weist einen „Knick" zwischen Hals- und Brustwirbelsäule sowie einen zweiten zwischen Lendenwirbelsäule und Kreuzbein auf. Entscheidend für die Entwicklung vom Vierbeiner zum Zweibeiner
war vor allem die Bildung dieser zweiten tiefen Krümmung. Da unsere Wirbelsäule allerdings ursprünglich für andere Aufgaben als die aufrechte Haltung konstruiert war, ist sie in gewisser Hinsicht besonders  anfällig für Über- und Fehlbelastung. Ein Wirbel setzt sich zusammen aus dem Wirbelkörper und dem Wirbelbogen. Am Wirbelbogen befinden sich jeweils knöcherne Ausziehungen, die sog. Dorn-, Gelenk- & Querfortsätze. Zwischen Wirbelbogen und Wirbelkörper befindet sich der Wirbelkanal. Er beherbergt das Rückenmark. Zwischen den Wirbelkörpern befinden sich die Bandscheiben. Die Bandscheibe (Diskus Intervertebralis) besteht aus Faserknorpel mit einem relativ festen bindegewebigen Ring und einem galertartigen inneren Kern. Die Wirbelbögen verbinden sich jeweils über kleine Gelenke, die sog. Facettengelenke. Ferner verbinden vielfältige Bandstrukturen die Wirbelkörper untereinander. Seitlich hinter der Bandscheibe und vor den Facettengelenken öffnen sich jeweils links und rechts zwei Kanäle aus denen Nerven austreten.

1. Definition

Man unterscheidet zwischen spezifischen, also auf eindeutig feststellbare Ursachen zurückzuführende Rückenschmerzen und unspezifischen Rückenschmerzen, bei denen letztlich keine physiologisch greifbaren Ursachen gefunden werden. Letztere machen 85-90 Prozent aller Rückenschmerzen aus. Folglich findet man nur bei 10-15 Prozent der Betroffenen eine spezifische Ursache für die Beschwerden.

Ferner unterscheidet man anhand der Dauer der Beschwerden:

Akute Rückenschmerzen: Diese treten entweder plötzlich erstmalig auf oder nach
mehrmonatiger (mindestens sechsmonatiger) Schmerzfreiheit.
Chronische Rückenschmerzen: Leidet ein Patient länger als sechs Monate anhaltend
oder immerwiederkehrend unter Rückenschmerzen, so spricht man von chronischen Rückenschmerzen.

2. Epidemiologische Aspekte

Rückenschmerzen sind ein Volksgesundheitsproblem von erheblicher sozioökonomischer Bedeutung, Sie zählen in den Industrienationen zu den häufigsten Beschwerden, die eine ärztliche Behandlung erfordern. Sie sind nach Erkältungskrankheiten die zweithäufigste Ursache für Arztbesuche. Statistisch gesehen werden 8 von 10 Menschen in Deutschland mindestens einmal unter
Rückenschmerzen leiden. Kreuzschmerzen treten vor allem im mittleren Lebensalter auf.

3. Diagnostik

Die Aufgabe des Arztes besteht darin, die Ursache der Rückenschmerzen zu erkennen und eine entsprechende Behandlung einzuleiten. Krankengeschichte (Anamnese) und eine gründliche orthopädisch-neurologische Untersuchung sind hierbei sehr wichtig. Je nach Befund entscheidet der Arzt über weitere (bildgebende) Diagnostik, z.B. Röntgen- und Kernspinaufnahmen,
Computertomographie und Blutuntersuchungen. Auch eine 3-D Wirbelsäulenmessung kann in manchen Fällen angebracht sein. Eine spezifische Ursache findet sich allerdings in nur 10-15 Prozent der Fälle. Für alle anderen Rückenbeschwerden lässt sich keine spezifische Ursache finden, daher spricht man von unspezifischen Rückenschmerzen.

3D Vermessung der Wirbelsäule

Falsche Bewegungsabläufe führen zu falscher Körperhaltung und damit zu einer unausgeglichenen Körperstatik. Die Aufgabe des Arztes besteht darin, die Ursache der Rückenschmerzen zu erkennen und eine entsprechende Behandlung einzuleiten. Zusätzlich zu der körperlichen Untersuchung und der Röntgendiagnostik,steht dem Orthopäden ein weiteres Verfahren zur Verfügung. Das aktive Optrimetrie-System ermöglicht eine berührungslose und strahlenfreie Beurteilung der Oberflächenform des Rumpfes und der Extremitäten. Ein spezielles Computerprogramm zeigt im Anschluss an die jeweilige Vermessung die dreidimensionale Darstellung des Rückens, der Wirbelsäule und des Beckens. Auf diese Weise kann am Ende der Wirbelsäulenanalyse die optimale Therapie für die bestehende Symptomatik vorgeschlagen werden.
Weitere Informationen zur Wirbelsäulenanalyse

4. Therapie

4.1 Konservative Therapien
Die Möglichkeiten der konservativen Therapie sind vielseitig. Je nach Beschwerdedauer, -intensität und –häufigkeit werden unterschiedliche Maßnahmen angewendet:

- Medikamentöse Therapie / Injektionen / Infiltrationen
- Chirotherapie / Manuelle Therapie
- Physiotherapie
- Akupunktur

4.2 Operative Therapien
Nur ein kleiner Teil von Wirbelsäulenbeschwerden lässt sich konservativ nicht ausreichend behandeln. Die operative Therapie im Bereich der Wirbelsäule wird je nach Indikation durch spezialisierte Orthopäden und Neurochirurgen durchgeführt.

5. Spezielle Krankheitsbilder

Nähere Beschreibungen zu speziellen Krankheitsbildern folgen in kürze.